Weinviertel: Genussradeln

von Karl Jeller (Kommentare: 0)

Radeln im Weinviertel

Gastbeitrag Die schönen, meist asphaltierten Radwege im Pulkautal werden noch kaum genützt. Da radelt man meist allein durch eine idyllische Landschaft mit Weingärten, Kellergassen und Obstwiesen.

Unverständlicherweise ist das immer noch fast ein Geheimtipp. Obwohl es längst jede Menge gut ausgeschilderter Radwege gibt, und die Landschaft des Weinviertels ja an sanfter Idylle in Österreich kaum zu überbieten ist.

Da radelt man durch Weingärten, entlang von Obstbaum-Alleen und fast immer mit Blick übers weite Land. Zudem sind die wenigen Steigungen in dieser leicht hügeligen Region für Genussradler ohne Keucherei zu bewältigen. Und was noch lockt: Von Mai bis Oktober haben in den Kellergassen wieder die Heurigen offen. Da gibt’s für ein paar wenige Euro a zünftige Kellerjausen und an reschen Veltliner.

Sanft und still. In der Gegend um Mailberg, im Pulkautal, Retz und in den Leiser Bergen bin ich ja öfter unterwegs. Und fast immer allein. Da radelt man abseits der Dörfer und es scheint, dass es auf dieser Welt nur Rehe, Hasen, Vögel und ein paar Traktoren gibt. Kurz: Da ist sanfter Tourismus wirklich noch sanft.

Begeistert hat mich meine letzte Tour von Seefeld-Kadolz über Hadres, wo es die längste Kellergasse Europas gibt (1,6 Kilometer) nach Haugsdorf an der Grenze zu Tschechien und mit Blick auf Znaim und über Alberndorf und Untermarkerskorf wieder zurück nach Seefeld-Kadolz. 27 Kilometer, ohne dass ich einem anderen Radler oder Wanderer begegnet bin. Rast bei den Hiata Hit’n. Die Radwege Portugieser, Chardonnay und Poltweg (das Pulkautal ist ja Schauplatz der TV-Krimiserie Polt) sind dort bestens ausgeschildert und es gibt auch ein paar gemütliche, liebevoll hergerichtete Rastplatzerln. Bei Alberndorf und Hadres etwa mit einer Hiata Hit’n. Diese Hütten waren einst Wetterschutz für die Weinhüter, die aufpassten, dass niemand Trauben stahl. Meist waren sie aus Holz, selten gemauert so wie die bei den Rastplatzerln. Ein paar wenige originale Hiata Hit’n stehen noch in den Weingärten des Pulkautals und um Mailberg. Manche Weinbauern und Weingarten-Helfer nützen sie heute als nettes Jausen-Platzerl – bei den meisten muss aber dafür der VW-Bus herhalten.

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Photocredit: Weinviertel Tourismus, Karl-Heinz Jeller

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