Stockholm: Alles leschär in der Stadt der Schären

von Karl Jeller (Kommentare: 0)

Stockholm

Gastbeitrag  Venedig auf cool: Die schwedische Metropole dominieren Wasser, Inseln Fun und Design. Niki fliegt günstig hin. Paris, Rom, Athen – sie  sind seit ewig im Trend. Aber Stockholm?
Ein paar Bilder habe ich im Kopf. Bunte Häuser, Paläste am Wasser, Schiffe, viel Grün. Aber was gibt’s da sonst noch? 

Dank Niki (Laudas Airline fliegt günstig zu den Ikeas) habe ich es endlich geschafft, der Schönen im Norden einen Besuch abzustatten. Nachahmung  wärmstens empfohlen!
Auch wenn es dort oben an der Ostsee ganz schön kühl ist (selbst im Sommer hat es  selten  über 20 Grad), ist die Stadt ein heißer Tipp.

Ich starte  in der Altstadt Gamla Stan. Alles sehr schnuckelig, Häuser aus dem Mittelalter und Barock,  Kopfstein gepflasterte Plätze und enge Gassen, an deren Ende Ozean-Riesen liegen. Kein Spaß! Stockholm ist  auf 14 Inseln gebaut, ein Drittel  ist Wasser. Da hat man ständig Schiffe und Boote im Blickfeld. 40.000 gibt’s angeblich. Das macht die Stadt für uns Binnenländler exotisch. Kanäle, Brücken, Inseln, tiefblaues Meer und das schneidend klare Licht des Nordens. Das hat Flair!

Ich gönn’ mir ein Rentier-Steak und ein Bier am Stortorget, dem schönsten Platz von Gamla Stan. Kein Schnäppchen, aber hier bin ich in der Touristenzone Nummer 1. Vier Stunden reichen für Gamla Stan. Da hat man auch schon das Schloss von innen gesehen.

Chill-out-Shops. Fast Touristen-frei ist die Insel Södermalm. Wohnblöcke aus der Zwischenkriegszeit, die an den Wiener Karl-Marx-Hof erinnern, dominieren das Bild. Mein Ziel ist das Szene-Viertel „SoFo“ (South Folkungagatan). Dort gibt es jede Menge  Pubs und  Shops, in denen Frauen ausflippen, weil es da so tolle  „Fetzen“ gibt. 
Z. B. im Chill-out-Laden Grandpa in der Södermannagatan  Nummer 21.   Auf einem Podium sitzt ein DJ im Lehnsessel und legt Happy-Music auf. Zwischen Bücherregalen, Sofas, gedeckten Tischen und 50er-Jahre Accessoires hängen Klamotten junger schwedischer Designer. Alles ziemlich cool.

Der erste Tag geht in den Abend über. Zeit für Bar-Besuche. Ich beginne in der  coolsten Bar der Stadt, in der Icebar beim Nordic Sea Hotel (Station Centralen). Ein hübsches Mädchen stülpt mir einen wattierten Poncho über, dann geht’s durch eine Luftschleuse in die Kälte. Theke, Tische, Hocker sind aus Eis – sogar die Gläser. Die Wände sind mit Eisgraffiti verziert. Als Dekoration gibt es Blumen der Saison – natürlich tiefgefroren. Ein Drink ist im Eintrittspreis inbegriffen. Auf mehr hat man bei minus fünf Grad auch  keine Lust.
Bar im Himmel. 22 Uhr, noch scheint die Sonne.  Ein Sundowner im  Himmel Stockholms geht sich noch aus. Das „Gondolen“  auf einem Aussichtsturm in 38 Meter Höhe  bietet einen  Traum-Blick über die Wasserstadt.

Am zweiten Tag mach’ ich auf „leschär“. Ich buche  eine Kreuzfahrt in die Schären. 30.000 liegen zwischen Stockholm und der offenen Ostsee. Ein Garten, in dem die Schweden ihre Wochenenden verbringen – in roten  Holzhäuschen und Villen. Da segeln, fischen und grillen sie in den langen Sommertag hinein. Die Schärenfahrt entpuppt sich als Highlight.

Am Abend spaziere ich durchs Nobelviertel. Die Bucht von Nybroviken säumen Wohnpaläste und mondäne  Hotels. In der Mitte glänzt das Dramatisk Teatern im gold-weißen Jugendstil-Make-up. Dahinter führt die Edel-Shopping-Meile Birger Jarlsgatan zum Nightlife-Viertel Stureplan. Gucci & Co findet man aber nicht nur hier, sondern auch im Kaufhaus NK im Zentrum. Kein Zweifel: Stockholm ist ein Shopping-Dorado á la Paris oder New York.

Dritter Tag – ein Museum muss noch sein in der Stadt der 75 Museen. Das Vasamuseet  ist  dem Kriegsschiff Vasa gewidmet. 1628  als Wunderwaffe gegen die Polen gebaut,  ging es wegen eines Baufehlers nach 20 Minuten Fahrt unter. 1961 hat man  das mit kunstvollen Schnitzereien verzierte Schiff geborgen. Auf die Schande von einst ist man heute stolz.

Photocredit: Karl-Heinz Jeller

Der travelvoice-Reisetipp

Icebar

Vasaplan 4, Stockholm

www.icebarstockholm.se

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