Estland: Avantgarde im Sowjet-Stil

von Peter Agathakis (Kommentare: 0)

Avantgarde im Sowjet-Viertel

Egal ob das hochkarätig besetzte Jazzfestival oder so manches Theaterstück im Avantgarde-Look, alles was hier passiert steht für die Aufbruchsstimmung in der estnischen Hauptstadt. Im Stadtteil Kalamaja insbesondere im Telliskvi Viertel, einer ehemaligen Sowjet Fabrik, steppt der Bär.

Mein Tourguide Volker hat mir im alten Stadtzentrum von Tallinn die Ohren vom coolen Viertel Kalamaja voll geschwärmt. Meine Interviewpartnerin Maris Hellrand, die ich dann am nächsten Tag gleich vor Ort in einem Cafe getroffen hab, spricht von den coolsten Partys der Stadt und den mutigsten Restaurants und Boutiquen. Mein Spaziergang durch diesen Stadtteil, der einerseits an ein aus Holzhäusern gebautes Fischerdorf anderseits an die derbe und einfallslose Sowjet-Architektur erinnert, hat mir zu verstehen gegeben, was mir die beiden eigentlich sagen wollten. Tallinn kann stolz auf seine Szene sein. Hier ist was los, hier ist man mutig, hier zeigt man, dass man den Ostblock längst über Bord geworfen hat, besser noch mit ihm augenzwinkernd spielt. 

So modern sich Estland zu Recht gibt, die Spuren der wechselhaften geschichte des Landes sind überall sichtbar. Nicht nur im mittelalterlichen Stadtkern, sondern auch im gerade mal fünfzehn Fußminuten entfernten Viertel Kalamaja, das übersetzt Fischhaus bedeutet. Neben alten Fabrikgebäuden stehen in diesem ehemaligen Arbeiterbezirk jede Menge traditionelle Holzhäuser, viele von ihnen verziert mit alten Schnitzereien. Die meisten Bewohner arbeiteten am Hafen oder in den umliegenden Fabriken. Damals.

Noch immer erinnern die Straßennamen an den Ursprung des Viertels: Sie heißen Vabriku (Fabrik), Köie (Seil), Soo (Sumpf). In dem ehemaligen Industriepark befinden sich Ateliers, Büros von Festivals, aber auch ein Flohmarkt und das beliebte Café F-Hoone. Telliskivi dient manchmal auch als Konzert-Venue. Kalama hat den Charme des Unfertigen, ist voller Umbrüche - ständig eröffnen neue Cafés oder kleine Läden. Ökologisches Bewusstsein mischt sich mit alternativer Kunst, Architekten und Designer spielen mit der Umgebung. Hören Sie auch mein Interview mit der Kulturjournalistin Maris Hellrand, im travelvoice-podcast.

 

Hören Sie den travelvoice-Podcast!

Titel: Avantgarde im Sowjetambiente
Aufgenommen: Kalamaja, Tallinn, Estland
Das Gespräch führt: Peter Agathakis
Interviewpartner: Maris Hellrand
Redaktion: Peter Agathakis

Tipp

Telliskivi Creative City
Telliskivi 60A
Tallinn
www.telliskivi.eu

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